GESTOCHEN SCHARF
Meisterblätter von Dürer bis KirkebyAus dem Bestand des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft . Freiburg
02.12.2012 - 01.02.2013
| Eröffnung | 02.12.2012 |
Graphik ist als eine führende Ausdrucksmöglichkeit seit Jahrhunderten geschätzt. Sehr unterschiedlich ist die Art und Weise, wie die erforderlichen Vertiefungen in der Platte zustande kommen.
Grob unterscheidet man zwischen den manuellen Stichverfahren, dem Kupferstich und der Schabtechnik, sowie den Ätzverfahren Radierung und Aquatinta. Der Kupfertiefdruck entstand etwa ab der Mitte des 15. Jahrhunderts in enger Beziehung zum Goldschmiedehandwerk; er ist damit jünger als der Holzschnitt.
Alle herausragenden Meister werden in der etwa 85 Arbeiten umfassenden Ausstellung vereint. Die Exponate stammen hauptsächlich aus dem Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg, sie werden durch einzelne Blätter aus verschiedenen Museen ergänzt.
Der Bogen der Ausstellung beginnt im 15. Jahrhundert mit Arbeiten von Martin Schongauer (um 1445/50-1492), der in seinen Blättern aus der Passion selbst flüchtigste Momente festhält, gefolgt von den Meisterstichen von Albrecht Dürer
(1471-1528) wie seiner Melancholie (1514), der Apotheose des genialischen und denkenden Menschen. Kein anderes graphisches Werk ist so ausgiebig erforscht und interpretiert worden.
Arbeiten von Lucas Cranach, dem Älteren (1472-1553), dem Hofmaler am kursächsischen Hof (Leihgaben Museum Zwickau), sind ebenso zu sehen wie Kupferstiche von Andrea Mantegna (1431-1506). Der Erfinder der Schabkunst, Ludwig von Siegen (1609-nach 1680) (Leihgabe Siegerlandmuseum), wird mit einer Arbeit vertreten sein, darüber hinaus Arbeiten von Jacques Callot (1592-1635) sowie Landschaften des französischen Barockkünstlers Claude Gellée genannt Lorrain (1600-1682). Die Stecher der Rubenswerkstatt und van Dycks Bildnisradierungen der Iconographie, die von Schülern ausgeführt wurden (Leihgaben Siegerlandmuseum), waren Vorbild für den herausragenden Radierer Rembrandt (1606-1669), den wiederum der Meister der Stufenätzung Goya (1746-1828) studierte.
Der Reigen wird vollendet durch Arbeiten von Eduard Manet (1832-1883), Lovis Corinth (1858-1925), James Ensor (1860-1949), dem italienischen Maler und Graphiker Giorgio Morandi (1890-1964), dem deutschen Expressionisten Max Beckmann (1884-1950), Alberto Giacometti (1901-1966), dem Wegbereiter des Tachismus und Informel Wols (1913-1951) und dem Dänen Per Kirkeby (1938).
____________
HEREINSPAZIERT
10 Jahre . Skulpturale Erscheinungen.Der Kunstweg in Ratingen
10.06.2012 - 02.09.2012
| Eröffnung | 10.06.2012 |
Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens des Kunstweges Skulpturale Erscheinungen werden erstmals Arbeiten der beteiligten Künstlerinnen und Künstler Stephan Balkenhol, Johannes Brus, Timm Ulrichs, Peter Brüning, Ulrike Zilly, Robert Hartmann, Brigitte Trennhaus, Werner Barfus, Johannes Lenhart und Beatrix Sassen im Rahmen einer Ausstellung gezeigt.
Der Kunstweg in Ratingen entstand im Rahmen der NRW Regionalen EUROGA 2002plus. Diese Regionale stellte sich im Jahr 2002 die Aufgabe, das alte Kulturgebiet zwischen Düsseldorf/Kreis Mettmann und den Niederlanden neu zu vernetzen.
Der Kunstweg mit seinen zehn Etappen durchzieht das gesamte Stadtgebiet. Seine Eckpunkte sind im Westen das angrenzende Düsseldorf am Erholungspark Volkardey, im Osten das Angertal mit seinem Verweis auf die berühmte Wallfahrtsstätte Neviges und das menschheitsgeschichtlich nicht weniger bedeutsame Neandertal. Der Weg ist rund 11 km lang und durchläuft vier verschiedenartige Landschaftstypen (Naturlandschaft, Parklandschaft, Verkehrslandschaft, Stadtlandschaft) auf die zehn international und regional bekannte Künstlerinnen und Künstler mit ihren Skulpturen Bezug genommen haben.
Die Ausstellung HEREINSPAZIERT. 10 Jahre – Skulpturale Erscheinungen zeigt ausgewählte Arbeiten der am Kunstweg beteiligten Künstlerinnen und Künstler. Präsentiert werden neben skulpturalen Arbeiten und Objekten erstmals auch Malerei und Papierarbeiten aller Beteiligten aus den letzten Jahren.
____________
STILLLEBEN
Carl Schuch und die aktuelle Stilllebenfotografie16.09.2012 - 18.11.2012
| Eröffnung | 16.09.2012 |
Stillleben faszinieren seit Jahrhunderten Betrachter und Künstler gleichermaßen. Das empfanden auch die Betrachter der Gemälde, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf den Markt kamen und von den Niederländern Stilleven genannt wurden: Bilder von Gemüse und Geflügel, wertvollen Gläsern und wunderbaren Stoffen oder Blumen und Früchten.
In den Niederlanden des Goldenen Zeitalters erreichte die Stilllebenmalerei ihre höchste Blüte. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts wird das Stillleben – nicht nur in Deutschland - zum bevorzugten Gegenstand der Künstler und zu einem wichtigen Träger künstlerischer Innovationen. Der außergewöhnliche Reiz der Darstellungen – dies gilt für das Stillleben als Gattungsbegriff allgemein - liegt in der eigentümlichen Rätselhaftigkeit und verborgenen Symbolik.
Die Ausstellung stellt der ausgewählten Stilllebenmalerei mit Blumen-, Essens- und Vanitasmotiven von Carl Schuch (1846 in Wien geboren – 1903 ebenda gestorben), einem der wichtigsten österreichischen Maler des Realismus und Freund und Wegbegleiter von Wilhelm Leibl (1844 in Köln – 1900 in Würzburg), zeitgenössische Stilllebenfotografie gegenüber. Diese Fotografie, die den traditionell aus der Malerei abgeleiteten Begriff vom Stillleben neu überdenkt, gibt dieser Gattung einen neuen Stellenwert und eine neue Sichtweise auf das Genre selbst.
Oftmals ist es die Suche nach dem Authentischen und Wahren, die in der Darstellung vom Alltag und seiner profanen Ästhetik gesucht wird. Diese Nähe zum Alltäglichen rückt die zeitgenössische Fotografie hier in die Nähe einer privaten und intimen Welt.
Gezeigt werden u.a. Fotografien von Abigail O`Brien (1957), Ingolf Timpner (1963), Claus Goedicke (1966), Anett Stuth (1965), Manfred Paul (1942), Jessica Backhaus (1970), Laura Letinsky (1967), Adam Bartos (1953), Christopher Muller (1966), Dieter Nuhr (1960), Arno Jansen (1938), Andrés Marroquin Winkelman (1983), Rémy Markowitsch (1957), Hartmut Neumann (1954) und Lucas Einsele (1963).
Die ausgewählten Fotografien treten mit den älteren Werken in einen spannenden Dialog.

