Stephan Balkenhol, Johannes Brus, Timm Ulrichs, Peter Brüning, Ulrike Zilly,
Robert Hartmann, Brigitte Trennhaus, Werner Barfus, Johannes Lenhart, Beatrix Sassen

Johannes Lenhart

geboren 1956 in Düsseldorf. Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Kleemann und Rinke 1974 - 1981. Meisterschülerabschluss. New York-Stipendium der Kunstakademie Düsseldorf 1978, Förderpreis des Landes Nordrhein- Westfalen 1987. Lebt und arbeitet in Ratingen und Düsseldorf.

Seit 1977 beschäftigt sich Johannes Lenhart mit Rauminstallationen. In vorgegebenen Räumen werden Flächen oder Körper aus Papier eingebaut; erst die Bewegung des Betrachters "realisiert" die Arbeit, d.h. die körperliche Gegenwart wird als Schnittstelle innerer und äußerer Wirklichkeit erfahrbar. Beispiele hierfür sind die Räume Skyline - Blickwinkel/ Fensterverkleidungen und Electric Shop - Dreiecke aus Raumdiagonalen, die 1978 im PS One in New York entstanden. Hinzu kommen Arbeiten, deren Titel auf die Mythologie und Magie der Geometrie anspielen, wodurch die Raumerfahrungen erweitert werden. Sie verweisen auf komplexe Strukturen, von denen die geometrische Form abgezogen ist - so die Installation Kopfraum (Kölnischer Kunstverein, 1982), Kanal (Lenbachhaus München, 1983) und Helix - erkauftes Schweigen (Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf, 1985).

Seit 1982 arbeitet Johannes Lenhart auch an autonomen Skulpturen, die er als komplexe Gedankenbilder versteht. Hier werden reale Gegenstände mit sprachlichem Material sowie Bildern und Fotos verbunden. Parallel zu den skulpturalen Arbeiten baut Johannes Lenhart seit 1977 Objektkästen, deren Hintergrund Zeichnungen bzw. Radierungen sind, vor die Gegenstände montiert werden.

Projekt im Rahmen der Euroga:

Anlasser (Drehkreuz), 2002
Holz, Eisen
Höhe: 5,20 m
Standort: Brandenburger Straße/ Ecke Volkardeyer Straße

Die Skulptur besteht aus drei 8 m langen Fichtenstämmen, die zu einem liegenden Drehkreuz verbunden sind. Sie markiert - vergleichbar den Durchgangssperren in Supermärkten - den Übergang von der Stadtlandschaft Ratingen West in das Bade - und Erholungsgebiet Volkardey. Die Form erinnert auch an Wasserhähne, Windmühlenkreuze oder Flugzeugpropeller und wegen ihrer Größe an Drehkreuze, wie sie früher zum Heben von Schiffen benutzt worden sind. Einem hölzernen Bootskörper oder Faß ähneln Struktur und Form der aus 24 Segmenten zusammengesetzten Nabe. Der stählerne Vierkant am Ende des mittleren Rundholzes lässt an ein Werkzeug denken, wie es zum Öffnen und Schließen großer Wasserleitungen im Boden verwendet wird.